Fallstudie
E-Mobilität

Wie eine Lkw-Flotte die planmäßige Depotaufladung durchführt

Erfahren Sie, wie eine Schwerlastwagenflotte die Depotbeladung mit VDV-gesteuerten Fahrplänen, intelligenter Lastverteilung und zuverlässigen Abfahrten über europäische Drehkreuze automatisiert hat.
Unternehmen:
A European logistics operator

Hintergrund

Ein europäisches Logistikunternehmen betreibt eine Flotte von Elektro-Lkw für den Schwerlastverkehr an mehreren Verteilerzentren. Die Flotte unterstützt zeitkritische Frachtvorgänge, bei denen jede verspätete Abfahrt zu verpassten Lieferterminen und Vertragsstrafen führt. Als die Elektrifizierung über die Pilotphase hinausging, sah sich der Betreiber mit einer betrieblichen Herausforderung konfrontiert, mit der die meisten Logistikunternehmen in den nächsten fünf Jahren konfrontiert sein werden: Wie kann man Dutzende von Schwerlastwagen zuverlässig, pünktlich und innerhalb der engen Netzgrenzen aufladen?

Herausforderung

Schwerlastkraftwagen haben lange Verweilzeiten, wenn sie geparkt sind, aber enge Zeitpläne, wenn sie nicht geparkt sind. Die Energiekosten schwanken um das Dreifache zwischen Spitzen- und Schwachlastzeiten. Das bestehende OCPP-Backend behandelte jedes Plug-in-Ereignis als identisch und ignorierte Abfahrtspläne und Prioritätsregeln. Die Fahrer kamen zu Fahrzeugen, die nicht bereit waren. Die Energierechnungen waren höher als nötig. Die Koordinierung zwischen Versand- und Depot-Teams erfolgte über Telefonanrufe und Tabellenkalkulationen. Die Einrichtung war nicht skalierbar.

Lösung

Tridens EV Charge ersetzte das bestehende Backend durch ein CMS, das speziell für Schwerlastflotten entwickelt wurde. Es folgten drei Transformationen. Erstens die fahrplanbasierte Abrechnung über die VDV 463-Integration mit den Depotplanungssystemen des Betreibers. Zweitens: dynamisches Lastmanagement mit Prioritätsgruppen und Nutzungszeitoptimierung. Drittens die Durchsetzung von Reservierungen an der Ladestation, um geplante Ladevorgänge vor Unterbrechungen zu schützen. Das Ergebnis ist eine vorhersehbare, automatisierte Depotladung in großem Umfang.

Vorteile

Die Lkw fahren jetzt pünktlich und mit gleichbleibendem Ladezustand ab. Die Energiekosten sanken durch automatisiertes Laden in Schwachlastzeiten. Die Verbrauchsgebühren sind gesunken, da die Stromverteilung jederzeit im Rahmen des Netzvertrages erfolgt. Die Dispositionsteams rufen nicht mehr im Depot an, um die Bereitschaft der Fahrzeuge zu bestätigen. Der Betreiber skalierte von einem einzigen Pilot-Hub auf mehrere Standorte, ohne die Integrationslogik neu aufbauen zu müssen - jedes neue Depot ist jetzt eine Konfiguration, keine kundenspezifische Entwicklung.

Fahrplanabhängige Gebührenerhebung

Logistikabläufe hängen von der Einhaltung des Zeitplans ab. Ein Lkw, der 30 Minuten zu spät abfährt, kann einen Liefertermin verpassen, Strafzahlungen auslösen und den nachgelagerten Lagerbetrieb stören. Bei der bisherigen Ladeeinrichtung wurde der Zeitpunkt der Abfahrt nicht berücksichtigt. Die Stapler wurden in der Reihenfolge aufgeladen, in der sie eingesteckt wurden, und nicht in der Reihenfolge, in der sie das Lager verlassen sollten.

Das neue CMS integriert sich in das Depotplanungssystem des Betreibers durch VDV 463. Die geplante Abfahrt, der Zielladezustand und die Prioritätsstufe jedes Fahrzeugs fließen automatisch in die Plattform ein. Jeder Eintrag wird zu einer Ladesitzung mit definierter Startzeit, Endzeit und Energieziel. Lkws, die um 04:00 Uhr abfahren, haben Vorrang vor denen, die für 09:00 Uhr geplant sind, und das System gleicht die Prioritäten kontinuierlich aus, wenn sich die Fahrpläne ändern.

Intelligente Lastverteilung

Jedes Depot arbeitet innerhalb einer festgelegten Netzanschlusskapazität. Bei Schwerlastflotten, die Ladegeräte mit einer Leistung von 350 kW oder mehr betreiben, führt eine Überschreitung dieser Kapazität zu erheblichen Gebühren und riskiert standortweite Ausfälle. Der Betreiber benötigte eine Stromverteilung, die den Netzvertrag einhielt und gleichzeitig das Abfahrtszeitfenster für jeden Lkw einhielt.

Tridens EV Charge verteilt die verfügbare Leistung dynamisch auf die aktiven Sitzungen. Vorrangige Gruppen, die durch den Betriebsfahrplan definiert sind, erhalten zuerst Kapazität. Zeitblöcke verschieben nicht dringende Ladevorgänge in Zeitfenster außerhalb der Spitzenzeiten, in denen die Stromkosten wesentlich niedriger sind. Die Zählerstände in Echtzeit werden kontinuierlich in das System eingespeist, so dass das Depot innerhalb der vertraglich festgelegten Grenzen bleibt. Wenn ein Lkw seine Sitzung beendet hat, wird die frei gewordene Kapazität automatisch an das nächste Fahrzeug in der Warteschlange weitergegeben.

Durchsetzung der Reservierung

In einem stark frequentierten Depot stört ein ungeplantes Fahrzeug, das sich an ein reserviertes Ladegerät anschließt, den gesamten Betriebsplan. Bei der vorherigen Einrichtung gab es keinen Mechanismus zur Durchsetzung von Reservierungen an der Steckdose. Die Sitzungen wurden nach dem Prinzip "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst" durchgeführt, selbst wenn bestimmte Fahrzeuge für geplante Abfahrtszeitfenster reserviert worden waren.

Die Reservierungen werden nun direkt am Ladegerät vorgenommen. Wenn ein Lkw eintrifft, vergleicht das System das Fahrzeug mit dem Zeitplan, bestätigt den geplanten Ladevorgang und startet den Ladevorgang nur, wenn der Platz für dieses Fahrzeug reserviert ist. Versucht ein anderer Lkw, sich anzuschließen, wird der Ladevorgang zurückgehalten, bis das System ihn einem freien Platz zuweist. Der Depotbetrieb läuft jetzt nach durchsetzbaren Regeln und nicht mehr nach dem Ermessen des Fahrers.